„Euklid“ (complexe 14)

Übersicht der Bilder (Auswahl)

Die Arbeit besteht aus zwei übereinander montierten, gleich langen Bildstreifen. Bis zur Mitte der Streifen verlaufen beide Handlungen gleich, dann ändert sich im unteren Streifen das Geschehen, am Schluß verläuft die Handlung wieder parallel.

Die Szenerie ist simpel, - ein Paar schaut fern, sie schläft ein, sein Telefon klingelt, er telefoniert kurz, um dann, nach einigem Zögern, ebenfalls einzuschlafen. Im unteren Streifen hingegen schläft er an dieser Stelle nicht ein, er steht auf, geht durch ein imaginäres Haus hinaus ins Freie, wo er seine (offensichtliche) Geliebte trifft. Es entbrennt ein Streit, sie „verwandelt“ sich in ein monströses Wesen, welches ihm ein totes Kind vor die Füße wirft; daraufhin geht er wieder zurück und schläft nach einiger Zeit ein.


Durch das veränderte (u.a. auch körperliche) Agieren des Darstellers im unteren Streifen wird der ansonsten sehr statische Verlauf der Handlung (Paar vor Fernseher) gestört. Diese inszenierte Störung findet ihre Entsprechung im skurrilen Inhalt der Geschichte; - einerseits wird die Gemeinschaft des Paares durch sein Weggehen gestört, andererseits versteht sich sein Erleben im unteren Streifen als irreal (Störung des Realen), der untere Streifen kann also auch als eine reine „Möglichkeitsform“ (Wunschdenken, Einbildung, Traum) verstanden werden.