„ Kunstmarkt“ (complexe 12)

Picture overview

„In einem Interview 1969 behauptete der Konzeptkünstler Joseph Kosuth, die einzige Rolle des Künstlers sei derzeit „das Wesen der Kunst selbst zu untersuchen“. Dies klingt auffallend wie eine Zeile bei Hegel, auf die ich meine eigenen Ansichten über das Ende der Kunst stütze: „Die Kunst ladet uns zur denkenden Betrachtung ein, und zwar nicht zu dem Zwecke, Kunst wieder hervorzurufen, sondern was die Kunst sei, wissenschaftlich zu erkennen.“
Arthur C. Danto „After the End of Art“, 1997

Das fotografische Bild zu „Kunstmarkt“ besteht aus drei Teilen: einerseits zeigt es eine Gesamtansicht der Basler Kunstmesse „Art Basel“ von außen, - die Darstellung des Messegebäudes besteht aus ca. 2000 Einzelbildern, die nahtlos zu einem einzigen Bild bei einer Höhe von 20cm aneinandermontiert wurden.
Andererseits zeigt es die Messe auf zwei Ebenen von innen: die ausgestellten Kunstwerke, die Besucher, den „Trubel“ der Vernissage der stattgefundenen Art Basel im Erd- und Obergeschoß.


Die Arbeit zeigt somit den Kunstmarkt „von außen“ und „von innen“ und bietet verschiedene Blickwinkel auf den Kulturbetrieb: in wie weit wird die Welt des Kunstmarktes von „außen“ überhaupt verstanden und wahrgenommen? In wie weit avanciert Kunst zu einer rein elitären Angelegenheit von Initiierten im „Innern“?

Die Form des Bildes vom Innern folgt dabei der vorgefundenen Architektur der Messe. Die Vielzahl der Stände, der Gänge, der Besucher und der sehr unterschiedlichen Kunstwerke in Form und Farbe bietet ein Gemisch des nahezu Unwirklichen, die Eigenarten der Kunstwerke treffen auf die Eigenarten der vorbeigehenden Betrachter und lassen eine nicht nur formale Symbiose  des „Menschen und seiner Kunst“ entstehen.