„Schwein sagt (Ein Dialog zu Schumann)" (complexe 17)

Übersicht der Bilder (Auswahl)


Das filmische Prinzip besteht darin, enorm viele Bilder in hoher Geschwindigkeit hintereinanderzukoppeln; die Wahrnehmung der ,Bildstücke' kann hingegen simultan erfolgen. Der Ansatz dieser Arbeiten besteht dementsprechend nicht darin, das gesprochene Wort durch Bilder zu ersetzen, es geht eher darum, eine konzeptionelle Gesamtkomposition des sichtbar Narrativen herzustellen.



Das hier vorliegende Bildstück wurde für das Schumannfest Düsseldorf 2010 entwickelt und inszeniert. Der Künstler orientierte sich dabei an der Biografie Robert Schumanns; in allegorischer Weise wird darüber hinaus die generelle Verzweiflung des Künstlers im Dialog mit seiner Arbeit dramatisiert. Die intime Zwiesprache zwischen Instrument und Künstler kommt dem Ringen um Genialität gleich – einer Genialität, die sich nicht willentlich einstellt, sondern stets von Neuem hart erkämpft werden muss.




Das Bildstück beginnt in bürgerlicher Atmosphäre; ein Biedermeier-Sofa, ein Goethe-Porträt und ein griechischer Helm verweisen auf ein bestehendes Kulturerbe, daneben der nackte Körper eines Kindes; der Protagonist sinnt nach Ideen der Neuerung, seine zunehmende Verzweiflung darüber manifestiert sich in einer maskierten Albtraumgestalt, die ihn Flöte spielend umkreist.


Die Szenerie wandelt sich nun in eine Zwiesprache zwischen einem Konzertflügel und dem Künstler; die ,Annäherungsversuche' des Protagonisten werden vom Instrument abgewiesen, es verweigert sich dem Spielen. Je mehr es sich entzieht, desto intensiver geraten die Versuche des Künstlers; in seiner Fantasie setzt er das Instrument mit dem faktischen Fleisch gleich, mit der Liebe und dem Scheitern derselben. Erst das Überwinden dieser albtraumhaften Nöte und Ängste verleiht schließlich die Sicherheit der neuen Idee: Instrument und Künstler werden zu einer kompositorischen Einheit.